Blind Date am Flughafen und ein unerwartetes Upgrade

Es ist der 02.07.2019, der Tag an dem unsere große Reise startet. Gerhard und Christiane bringen uns, wie vor Monaten schon versprochen, zum Flughafen. Bis zum Aufgeben des Großgepäcks und auf einen überteuerten Kaffee, dann wollen wir uns für ein Jahr verabschieden. In Tegel angekommen, noch in der Orientierung vor Ort, kopflos und verstreut vor dem Check in A07, steht auf einmal Stefan, Madeleines Vater, freudestrahlende hinter uns. 

Madeleines Eltern haben es doch gemacht. Sie sind ganz spontan und ohne Andeutungen nach Berlin gekommen, um uns ebenfalls zu verabschieden. Ich habe mich sehr gefreut und gleichzeitig gehen mir tausend Gedanken durch den Kopf…..

Eine Familienzusammenführung, jetzt, hier und ohne Vorbereitung? …..

Mich würde mal interessieren, wie meine Eltern diese Situation wahrgenommen haben, als auch sie so langsam realisierten, dass da auf einmal Madeleines Eltern standen. Nach kurzem Vorstellen landen wir alle an einem Stehtisch vor A07, Stefan und Madeleine besorgen Kaffee und meine Eltern und Sylke beginnen die Kennenlernrunde. Für mich ist es wichtig, dass die Menschen die ich zur Familie zähle sich einigermaßen verstehen, (miteinander kommunizieren können, gern auch mal zusammen lachen) und nun kommt zu meiner Anspannung vor dem Flug und der Reise noch die Frage hinzu, passen unserer Eltern zusammen? Würden sie in der Schnelle Zugänge finden und was muss ich dazu tun? 

Ich fand es ging und das auch ziemlich gut. Sylke eröffnet das Gespräch mit Fragen und meine Eltern gehen mit. Mit Stefan und Madeleine zurück am Tisch kann das Gespräch auf weitere Themenfelder ausgebaut werden. Und allem voran steht der gut geplante und geheim gehaltene Überraschungsbesuch. Ja ja Urlaub an der Nordsee 🙂 Sylke und Stefan haben auch noch Geschenke mitgebracht. Man habe ich mich über ein Stativ und eine Bluetoothfernbedienung gefreut, aber der absolute Knaller war das selbst gestaltete Transpi von ihnen, auf dem unsere ersten Reiseziele und Wünsche stehen. Und ganz ehrlich, wann bekomme ich mal ein Transpi gemalt? Da fällt der leichte Anflug von Peinlichkeit bei anschliessender Fotoaktion vor der wartenden Passagierschlage unter den Tisch. Ein guter und sicherer Start in das Abenteuer, wenn so viele liebe Menschen so intensiv daran Teil haben. Und dennoch ist es für mich schwer meine Eltern für so lange Zeit ,nicht mehr als über ein Display sehen zu können. Vertrauen zu haben, dass bei ihnen die Zukunft gut und gesund bleibt und zu realisieren, mal wieder bestätigt zu bekommen, dass ich doch ganz schön nah am Wasser gebaut bin.

Wir sitzen im Flieger, mit 50min Verspätung und somit werden wir unseren Anschluß in Lissabon nicht erreichen. Aber dass wir hier sitzen ist schon gut, denn beim Check in in Berlin gabs ein paar Komplikationen mit Madeleines ETA, was sie ganz schön aus der bekannten Ruhe gebracht hat und mich den Flieger ohne uns abheben sah.

Nein wir sind nicht schuld an der Verspätung. Aber was ich hier noch positiv erwähnen möchte, TAP- Airline biete kostenfreie Snacks sowie Tomatensaft und Rotwein an. Das Leben kann kommen 😉

etwas Später….ein Upgrade

Nun liegen wir in unserem Zimmer, in Chiado und lauschen der Theateraufführung unten im Convento do Carmo. Unser erstes Reiseziel ist nicht Toronto, sondern Lissabon geworden. Wie gedacht, war unser Anschlussflug bei Ankunft schon unerreichbar und der nächste geht erst am nächsten Tag zur selben Zeit. Somit lud uns TAP zu diversen kulinarischen Köstlichkeiten der Flughafengastronomie, sowie einem Hotelzimmer nach Wahl in der Stadt ein. Wir waren begeistert und ohne Zeitdruck, mit dem Ausblick auf ein Jahr Reisen empfinden wir die spontane Kursänderung als Glücksgriff. Madeleine hat uns schnell ein wunderbares Zimmer über den Dächern von Lissabon gebucht, mit Frühstück und eigenem Bad. Ein Luxus, den wir uns in nächster Zeit erstmal nicht gönnen würden. Dazu die Idee von einem Bummel durch die Stadt, die wir vor 6 Monaten schon kennenlernen durften, einem Pastel und einem Glas Wein, was kann daran schlecht sein. Und es ist toll an einem Ort anzukommen, der dir schon so vertraut ist. Ein kleines Ankommen. Morgen geht es weiter Richtung Kanada oder … mal schauen 🙂

CHIADO feeling

Portugal: Salvador Sobral – “Amar pelos dois”